Mai
31
Betriebliches Ideenmanagement
Unter Leitung von Enrico Engelstädter entwickelt Partner Prof. Dr Wöhlke zur Zeit gerade eine “Betriebliches Innovationsmanagement System (BIMS)”. Ich darf dieses Projekt beratend begleiten.
Das Bessere ist stets der Feind des Guten. Besseres zu wollen, gehört zu den ältesten Prinzipien der Natur. Und wenn etwas glücklich und zufrieden macht, dann die Gewissheit, aus einer neuen Idee heraus selbst etwas gestaltet zu haben. Denn das Gold ist in den Köpfen der Mitarbeiter.
Am Anfang war der Zettelkasten neben dem “Schwarzen Brett”. Danach kamen die “Ideenbörsen”, das “Betriebliche Vorschlagwesen” (in der DDR “Neuererwesen) oder der “kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP)”. Mittlerweile nennt sich der Versuch, gute Ideen systematisch zu erfassen, “Open Innovation”. Damit ist auch gleich ein wesentlicher Unterschied benannt: Hier können nicht nur Mitarbeiter ihre Ideen loswerden. Auch Kunden und andere Stakeholder können mitmachen. Dies steht im Gegensatz zur “Closed Innovation” von Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, wo Experten am “grünen Tisch” über die Anforderungen der realen Welt “draußen” nachdenken.
Je schneller die Innovationszyklen, desto weniger können die erforderlichen Anpassungen allein von der Unternehmensleitung her erfolgen. Mitarbeiter sollen sich von weisungsgebundenen Angestellten zu selbständig denkenden und handelnden Mit-Unternehmern entwickeln. Das betriebliche Vorschlagwesen ist nachweislich das Kernelement von Innovationsoffensiven. Die Verbesserungsideen steigern nicht nur die Motivation der Mitarbeiter, sie senken auch die Herstellungskosten und schaffen dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile und senken die Reklamationsrate. Entwicklungszeiten werden verkürzt und Kosten gesenkt.
Doch oft ist in Unternehmen kein einheitliches System zur Erfassung, Bearbeitung, Kontrolle und Kommunikation von Ideen und Verbesserungsvorschlägen vorhanden. Es existiert oftmals nicht einmal eine zentrale Anlaufstelle zur Meldung von Ideen und Verbesserungsvorschlägen. Da besteht die Gefahr, dass gute Ideen und Verbesserungsvorschläge und damit mögliche Innovationen verlorengehen, eben weil keine übergeordnete Steuerung vorhanden ist.
Unter Ideenmanagement versteht man generell:
- die Generierung, Sammlung und Bewertung geeigneter Ideen für Verbesserungen und Neuerungen
- der Oberbegriff für ein mitarbeitereinbeziehendes Optimierungssystem um das Ideenpotential aller Mitarbeiter zu nutzen
- die Summe aus Betrieblichem Vorschlagwesen und Kontinuierlichem Verbesserungsprozess mit gelenkter Ideenfindung in moderierten Gruppen
- ein Mittel zur Innovationsförderung, Kostenersparnis und Mitarbeitermotivation
Der Erfolg von “wikipedia” oder “Wer-weiß-was-Foren” kann auch auf Unternehmen übertragen werden. Denn der moderne Über- und Leitbegriff lautet “Schwarmintelligenz”. Doch gute Ideen machen auch eine Menge Arbeit. Solche Portale wollen gut betreut sein, will man die Anfangseuphorie nicht alsbald im Keim ersticken. Wer eine gute Idee hat, möchte gerne, dass diese auch Beachtung findet – ein Eingangsbestätigung ist daher das Mindeste für den ersten Moment. Als “Google” einst zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen hatte, soff es unter mehr als 150.000 Einsendung angeblich ab und brauchte laut “SZ” zwei Jahre, um diese vielen Ideen zu bearbeiten. Und wie kommuniziert man, dass ein Verbesserungsvorschlag unsinning, unrealisierbar oder nicht wirtschaftlich ist? Open Innovation erfordert professionelles Personal.
BIMS wird die folgenden Funktionen haben:
1. Erfassung von Ideen
2. Zuweisung von Dringlichkeitsstufen, Fachabteilungen und Bearbeitern
3. Abbildung der Prüfung auf wirtschaftliche, technische und personelle Machbarkeit
4. Herbeiführen einer Entscheidung zur Umsetzung
5. Überwachung der Umsetzung, der Umsetzungsdauer und -qualität
6. Einhalten interner Abläufe durch übergeordnete Steuerung
7. Bereitstellung von Messgrößen zur Beurteilung des Ideenmanagements
Ein Gesamtüberblick über alle Ideen, sowie den Stand einzelner Ideen soll jederzeit möglich sein. Die Umsetzung kann als Server-Client-System mit zentraler Datenbank erfolgen. Das Ganze ist webbasiert und kann so ohne Weiteres bei Bedarf auch für andere “Ideengeber” (Kunden, Lieferanten, Berater, Partner) zugänglich gemacht werden. Auf diese Weise ist sichergestellt werden, dass keine Idee mehr verloren geht, “abgebügelt” oder “verzettelt” wird.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Sie wünschen mehr Informationen? Die stellen wir Ihnen gerne auf Wunsch zur Verfügung.