Mai
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Beratung von Unternehmen
Es macht für Berater einen großen Unterschied, ob sie für kleine Unternehmen (KMU), mittelständische Unternehmen oder große Konzerne arbeiten.
Kleine Unternehmen sind meist voll und ganz mit der Abwicklung ihres operativen Tagesgeschäfts beschäftigt. Viele von ihnen haben keine klaren Ziele. Man lebt oftmals “von der Hand in den Mund” – oder netter gesagt: Man arbeitet ganz „konfuzianisch“ nach dem Motto: “Der Weg entsteht beim Gehen.” Deshalb sind sie auch weitestgehend “beratungsresistent”.
Der Mittelstand hingegen ist geprägt von zwei wesentliche Erfolgsfaktoren des „Lebens“ schlechthin: Einer ist die Vielfältigkeit – wenn eine Lebensform versagt, dann schafft es die andere – und es ist das „Sterben“, genauer gesagt das „Sterben und Werden“ – die ständige Erneuerung. Der Mittelstand ist durch eine hohe „Insolvenz-Quote“ geprägt – was zum Erfolgsfaktor „Sterben und Werden“ gehört.
Wenn im mittelständischen Unternehmen diese Erneuerung nicht ständig stattfindet, dann bricht es eines Tages aus Altersschwäche vollständig zusammen. Das kommt im Mittelstand selten vor – er hat alle Merkmale einer langfristig zukunftsfähigen (nachhaltigen) Lebensform.
Konzerne brauchen Berater, weil sie Angst vor Entscheidungen haben. Sie können sich dann auf die Aussagen und Analysen der Berater beziehen. Der Mittelstand braucht Berater, um fehlende Fachkompetenzen zu ergänzen. Solche Kompetenzen kann sich der Betrieb oft nicht selber leisten, weil diese im Verhältnis zur Auslastung zu teuer sind. Der mittelständische Chef ist von der Leidenschaft der Idee seines Betriebs getrieben – weniger vom großen Geld.
Große Unternehmen beschäftigen hingegen ganze Abteilungen mit strategischen Aufgaben. Betriebswirtschaftliche Analysen und Auswertungen werden bis auf den einzelnen Mitarbeiter herunterkaskadiert. Hier ist sind Berater mit wohlklingendem Namen eher Dekoration, weil der Konzern in der Regel alle Kompetenzen in reichlicher Auswahl an Bord hat.
Bereits Franz Grillparzer schrieb vor 200 Jahren: “Klugheit gibt denRat, allein die Tat entscheidet!”