Seminarteilnahme – Arbeitszeit oder Freizeit?

Der Trend für die Termine von Weiterbildungsangeboten in Unternehmen geht seit vielen Jahren eindeutig zum Freitag bzw. Samstag.

Das ist auch nachvollziehbar und verständlich, weil sonst zum Aufwand für Trainer, Hotel usw. auch noch ein möglicher Umsatzverlust hinzukommen kann.

Vielfach stellen Mitarbeiter die Frage, ob denn der ansonsten oftmals freie Freitagnachmittag und / oder der freie Samstag denn als Überstunden zu betrachten seien? Das handhaben Unternehmen unterschiedlich. Manche Unternehmen sagen: “Wir geben den Freitagvormittag als bezahlte Arbeitszeit und der Mitarbeiter den Nachmittag als Freizeit, dann haben beide Seiten gleiche Teile getragen.” Andere Unternehmen stellen sich auf den Standpunkt, dass sie die Kosten trügen und im Gegenzuge erwarteten, dass die Mitarbeiter ihre freie Zeit einbrächten.

Freizeit oder Arbeitszeit?

Manche Unternehmen behelfen sich gegen möglichen Unmut darüber damit, dass sie dem Mitarbeiter die Teilnahme freistellen. Würden sie die Mitarbeiter nämlich offiziell zum Samstagseminar beordern, wäre das wohl faktisch Arbeitszeit – ob mit Betriebsrat oder ohne, besonders aber mit.

Unternehmen mit Betriebsrat müssen anberaumte Weiterbildung außerhalb der regulären Arbeitszeit beim Betriebsrat einreichen und genehmigen lassen.

Doch die freiwillige Regelung hat Konsequenzen: Unsere Erfahrungswerte zeigen, dass dann idR die “Chancendenker” und die Ängstlichen (die Repressalien fürchten, wenn sie nicht teilnähmen) erscheinen. Die “betriebliche Widerstandsbewegung” erscheint dann hingegen meist nicht.

Der Erfolg eines Seminars kann also ganz entscheidend von solchen äußeren Bedinungen und Entscheidungen abhängen – wie überhaupt viele Parameter über Erfolg und Misserfolg von Seminaren entscheiden: Trainer, Teilnehmer, Unternehmen, Umgebungsbedingungen (Raumgröße, Lüftung, Klima usw.), Tagesform usw. Vieles hängt aber vom “Betriebsklima” (Stichwort: “Motivation”) insgesamt im jeweiligen Unternehmen bzw. auch in der jeweiligen Abteilung ab.

Weiterbildung als Investition

Dabei ist Weiterbildung eine Investition, die sich durchaus für beide Seiten rechnet, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Seminare und Trainings können helfen, die betrieblichen Ergebnisse zu verbessern – und gleichzeitig erhalten oder steigern die Mitarbeiter dadurch auch ihren persönlichen “Marktwert”. Denn das “Gold ist in den Köpfen der Mitarbeiter”!

 

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