Dez
13
Traditioneller Fachhandel und eCommerce
Bereits vor einigen Jahren vertrat ich gegenüber einigen meiner Kunden die Meinung, dass das Internet in bestimmten Bereichen dem Einzel- und Großhandel Umsatz wegnehmen könne, wenn man nicht adäquat (re-) agiere.
Experten schätzen den Anteil des Internetumsatzes heute auf gut 10% und geben ihm ein Wachstumspotenzial auf 20%. Infratest erwartet dieses Jahr erstmals einen Internetumsatz, der die Marke von 30 Milliarden Euro durchbricht.
Doch von einer Verdrängung des Facheinzelhandels kann keine Rede sein. Es sei denn, man verkauft Bücher, CDs, DVDs usw. – diese haben den stationären Handel weitgehend verdrängt. Besonders Bücher zu kaufen, ist allein schon wegen der Preisbindung im Internet relativ risikolos.
Bequem, schnell, sicher
Für eCommerce geeignet sind preiswerte, klare und beratungslose Produkte. Das ist bequem und schnell. Kunden haben weiterhin Hemmungen, seht teure Produkte im Internet (ggf. auch noch gegen Vorkasse) zu kaufen. Alles, was man anfassen, anprobieren, testen, riechen, erleben möchte, bevor man es kauft, bleibt überwiegend dem Ladenverkauf. Die Jüngeren kaufen eher im Internet als die Älteren.
Mögliche Strategien für den Groß- und Einzelhandel liegen zum einen in einer Spezialisierung, gepaart mit hervorragender Fachberatung und umfangreichen Service, zum anderen darin, das Internet ins Geschäft zu holen. Was nicht vorrätig ist, kann vor den Augen des Kunden online nach Hause bestellt und – idealerweise – innerhalb von 24 Stunden ins Haus geliefert werden. Auf diese Weise vermeidet man, dass sich der Kunde das Produkt selber anderweitig im Internet kauft und der Kunde kauft auch, falls das Produkt nicht im Ladengeschäft vorrätig ist.
Einige Unternehmen haben die Herausforderung angenommen und betreiben parallel zu ihrem stationären Handel eine Internetplattform. Als Beispiel dafür mag an dieser Stelle das ELTKAUF Media Center der Mitegro für den Elektrofachhandel dienen.
Das Rieplsche Gesetz der Medien
Dies entspricht dem Rieplschen Gesetz der Medien aus dem Jahre 1913, nach dem ein neues Medium ein altes, das eingeführt ist und sich bewährt hat, nicht komplett abzulösen vermag. Stattdessen verändern die alten Medien ihre Aufgaben und Funktionen. So war es zum Beispiel beim Radio, als das Fernsehen kam – das Radio spezialisierte sich fortan auf Aktuelles und auf Musikberieselung. Und so wird es auch beim eCommerce sein. Der Handel wird seine Aufgaben und Funktionen verändern.
In Zukunft werden sich Internet und Ladengeschäft ergänzen. Die Kunden wollen beides und in beiden Fällen muss es schnell, einfach und sicher sein.