Es scheint, dass bei manchen ein Verbot gerade dazu verführt, genau das zu tun, was das Verbot verhindern möchte (“Voricht! Frisch gestrichen!”). Viele Studien wurden dazu angestellt. Eine neuere der Psychologen Kristin Laurin und Aaron Kay (Psychological Science online) belegt nun, dass für ein Verbot, das wie in Stein gemeißelt und unumstößlich erscheint, alsbald Rechtfertigungen bzw. sog. “Rationalisierungen” gesucht werden und es gar für legitim und wünschenswert gehalten wird. Besteht hingegen auch nur eine geringe Aussicht, dass ein Verbot revidiert werden könnte, zeigt der Mensch Widerstand, sog. “Reaktanz”.
Das klingt plausibel. Solange zB ein Regime als dauerhaft erlebt wird, rechtfertigen Bürger dieses eher. Doch wenn erster Widerstand erfolgreich war, steigert sich die Reaktanz bis hin zu Demonstrationen oder gar zur Revolutionen, wie wir in der jüngeren deutschen Geschichte oder aktuell in der arabischen Welt aktuell wahrnehmen können.
Da es schon recht kalt in der Wohnung geworden ist, ruft er beim Notdienst einer Heizungsfirma an und bestellt einen Monteur. Ein älterer Herr kommt alsbald und sieht sich die Heizungsanlage an. Dann öffnet er seinen Werkzeugkoffer, holt ein kleines Hämmerchen heraus und klopft damit ganz leicht auf ein unscheinbares Ventil. Sofort läuft die Heizungsanlage wieder an.
Der junge Mann, der mit einem deutlich größeren Aufwand gerechnet hat, ist begeistert von der schnellen Lösung, bedankt sich beim Monteur für die prompte Hilfe und fragt nach der Rechnung. Der Monteur überlegt kurz und sagt: „Ich mache Ihnen einen Freundschaftspreis: 100 Euro!“. Dem jungen Mann verschlägt es die Sprache: „100 Euro für einen kleinen Schlag mit dem Hammer erscheint mir aber bei allem, was recht ist, doch reichlich teuer!“
Doch Flexibilität, Mobilität, Zeitdruck und Hektik prägen die Dynamik der heutigen Arbeitswelt. Der Arbeitsdruck ist massiv gewachsen, immer mehr Arbeit wird auf immer weniger Köpfe verteilt, zunehmende Komplexität der Aufgaben bei immer weniger echter Entscheidungsfreiheit (“flache Hierarchien!”) zehrt an den Kräften. Auch steigende psychische Anforderungen an die sich ständig wandelnden und häufig unsicheren Arbeitsplätze, die Erhöhung des Durchschnittsalters sowie die Notwendigkeit einer längeren Lebensarbeitszeit erhöhen den Druck auf Mitarbeiter.
Basierend auf der Erkenntnis, dass Mitarbeiter die wichtigste Ressource eines Unternehmens sind, folgt, dass Gesundheit die wichtigste Voraussetzung ist, damit Mitarbeiter ihre Arbeit möglichst lange gesund ausführen können.
Daher müssen Unternehmen, die auch zukünftig im Wettbewerb erfolgreich sein wollen, sich der Herausforderung stellen, Arbeitsplätze zu bieten, die es den Beschäftigten erlauben, gesund älter zu werden und leistungsfähig zu bleiben.
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Seit vielen Jahren bieten Heidtmann & Kollegen erfolgreich Seminare zum Thema “Zeitgemäße Umgangsformen im Kundenkontakt” an. In diesen geht es letztlich um ein für alle Seiten angenehmes Miteinander. Das kann man tatsächlich lernen. Respekt und Anstand hingegen nicht. Denn zu diesen gehört wohl vor allem eine “gute Kinderstube”. Deshalb besuchen Berufspolitiker offenbar auch vorzugsweise lieber Rhetorikseminare – und keine moralisch-ethisch bereichernden Angebote.
In einer Gesellschaft, in der Geld und Macht das herrschende Wertesystem abbilden, lernen deren Mitglieder alsbald, sich gegen andere durchzusetzen, ihre Ellenbogen zu gebrauchen und sich notfalls durchzuboxen. Da geraten dann Anstand und moralische Maßstäbe schon mal schnell ins Hintertreffen.
Das gilt in besonderer Hinsicht für Wirtschaft und Politik, wie in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder deutlich wurde, wenn ein Skandal vom nächsten abgelöst wurde. Der Umgang mit Konkurrenz und Opposition ist denn auch selten “sportlich”. Stattdessen Häme allerorten. Der kleinste Fehler wird schamlos und ohne Ansehen der Person ausgenutzt, um den Anderen zu desavouieren. Dabei geht es selten um die Sache an sich, sondern nur darum, sich selber zu profilieren. Gerade deshalb sollte besonders ein hoher Amtsträger wie der Bundespräsident bereits von Hause aus möglichst “lupenrein” sein.